24. Januar 2018 um 19 Uhr,    

Vortrag von Frau Ulrike Nieter

„Vom Hofhaus zum Hochhaus – Einblicke in chinesische Wohn(T)räume“

Mit dem Begriff „chinesische Architektur“ verbindet der Westen ganz bestimmte Bilder: Wunderbar dekorierte und stark farbig gefasste Pavillons mit geschwungenen Dächern, oft symmetrisch angeordnet und durch exotisch gestaltete Gärtchen miteinander verbunden. Dieser in China entstandene Baustil verbreitete sich seit dem 9. Jahrhundert nicht nur über ganz Asien, sondern blieb über mehr als 1000 Jahre im Wesentlichen unverändert und prägend für die chinesische Wohnkultur. Ist dies wirklich so?

Welchen Einflüssen und Herausforderungen sah/sieht sich der chinesische Bauherr gegenübergestellt – damals, heute? Die Referentin stellte in einem reich bebilderten Vortrag China und seine Architekturgeschichte vor und gab Einblicke in Wohnräume und Wohnträume der Chinesen damals und heute.

Frau Ulrike Nieter hat Sinologie studiert und lange Jahre in China gelebt und gearbeitet. Sie lebt nun in der Nähe von Berlin und beschäftigt sich von dort aus beruflich mit und in China.

 

Chinesisch Abschluss Krefeld

Am Dienstag, 12. Dezember 2017, 15:30 Uhr fand in der Aula des Gymnasiums am Moltkeplatz, Moltkeplatz 12, 47799 Krefeld eine Feierstunde anlässlich des erfolgreichen Abschlusses eines dreijährigen Sprachkurses Chinesisch statt.

Eine Gruppe von 17 Schülerinnen und Schülern verschiedener Krefelder Gymnasien hat sich drei Jahre mit der chinesischen Sprache und Kultur befasst und erfolgreich einer schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfung unterzogen. Die Urkunden werden zum neunten Mal vergeben.

Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Kooperation der Gymnasien der Stadt Krefeld mit der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Krefeld - Niederrhein e.V. und der Unternehmerschaft Niederrhein.

 

Mittwoch, 22. November Vortrag von Herrn Dr. Gernot Klotz 

in der Volkshochschule Krefeld „Neue Seidenstraße – alte Wege“

Im Oktober 2017 unterstützte der Kongress der Kommunistischen Partei in Peking die Initiative „One Belt – one Road“ von Staatspräsident Xi Jinping. Dabei sollten die alten Seidenstraßen in ein modernes Konzept der internationalen Zusammenarbeit im Euro-Asiatischen Raum eingebunden werden. Herr Dr. Klotz bereiste einen Weg der vielen Routen des Netzwerks der Seidenstraßen vom 30. 9. bis zum 3.11.2017 nach eigener Planung, begleitet von unterschiedlichen einheimischen Experten. Seine Reiseroute wurde von kulturellen, historischen Highlights aber auch der Moderne bestimmt. Darüber hinaus spielten besondere Stadt- und Landschaftsstrukturen eine wichtige Rolle bei der beeindruckenden Reise. Über das Gespräch mit den Einheimischen eröffneten sich interessante Einblicke in die unterschiedlichen Denkweisen der Menschen von Ost nach West in China.

 

Vortrag von Herrn Prof. Dr. Thomas Heberer, Seniorprofessur für Gesellschaft und Politik Chinas der Universität Duisburg-Essen am Dienstag, 17. Oktober 2017 in der VHS Krefeld

"Chinas Rolle in einer globalisierten Welt: Verständnis der inneren Beschaffenheit Chinas“

Die Beobachter Chinas sind sich uneinig darüber, wie man die gegenwärtige Entwicklung Chinas einschätzen soll. Sieht sich dieses Land einer massiven Wirtschaftskrise gegenüber? Macht es eine politische Kehrtwendung in Richtung stärkerer Repression? Nehmen Menschenrechtsverletzungen zu? Verhält sich China in äußeren Angelegenheiten zunehmend aggressiv? Strebt das Land gar auf einen militärischen Konflikt mit den USA zu?

Professor Heberer, der die Entwicklung Chinas seit fast 5 Jahrzehnten verfolgt und beobachtet, versuchte auf Basis der Ergebnisse eigener Feldforschung in China Antworten auf diese Fragen zu geben und die aktuelle Lage in diesem Land einzuschätzen.

 

Donnerstag, 22.06.2017, 19:00 Uhr in der VHS Krefeld

 Vortrag am 22.06.2017 von Prof. Dr. Thomas Heberer, Seniorprofessor Universität Duisburg-Essen in der VHS Krefeld

 “Waffen der Reichen - Wie private Unternehmer ihre Interessen organisieren”

Private Unternehmen stellen heute die absolute Mehrheit der chinesischen Unternehmen. Sie sind Motor des Wachstums auf der gesamtstaatlichen wie der lokalen Ebene und Hauptquelle der Beschäftigung. Die Frage, auf welche Weise chinesische Unternehmer sich organisieren und ihre Interessen verfolgen, ist jedoch weitgehend unbekannt.

Prof. Dr. Thomas Heberer erforscht seit vielen Jahren das Verhalten privater Unternehmer, ihrer Organisationen, Clubs und Lobbying-Aktivitäten und ist in seinem Vortrag der Frage nachgegangen, ob und in welcher Weise Unternehmer das gesellschaftliche und politische Gefüge Chinas verändern. 

 

 

25. April 2017, VHS Krefeld, von-der-Leyen-Platz 2

Vortrag von Prof. Dr. Thomas Heberer, Seniorprofessor Universität Duisburg Essen:

"50 Jahre Beginn und 40 Jahre Ende der "Kulturrevolution". Das Trauma ist noch immer nicht bewältigt".

1966 initiierte Mao die „Große Proletarische Kulturrevolution“ in China – eine Bewegung, die China verändern sollte und verändert hat. Erst mit dem Tod Maos 1976 endete auch diese Bewegung, die auch in anderen Teilen der Erde nachhaltige Wirkung entfaltete, u.a. in der deutschen Studentenbewegung von 1968. Zwar hat die chinesische Parteiführung die Kulturrevolution im Jahre 1980 als große Tragödie bezeichnet, eine öffentliche Aufarbeitung dieses Traumas hat es in China bislang aber nicht gegeben. Prof. Dr. Thomas Heberer ging in seinem Vortrag der Frage nach den Ursachen dieser Bewegung nach, der Rolle Maos und seinen Absichten sowie der aktuellen Diskussion, die von der Parteiführung zwar nicht unterstützt wird, im Internetzeitalter aber gleichwohl im Internet als neuem sozialem Medium heftig geführt wird. Neben der Ablehnung der Kulturrevolution gibt es zugleich eine wachsende Strömung mit der Forderung nach einer neuen Kulturrevolution, vor allem unter Personen, die diese Zeit nicht selbst erlebt haben.

 

16. Februar 2017, Vortrag von Herrn Carsten Senz, Huawei Technologies Deutschland GmbH, zur Huawei-Studie 2016 "Deutschland und China | Wahrnehmung und Realität - Fokus Digitalisierung und digitale Innovation" in der VHS Krefeld.

In einem Zweijahresrhythmus legt das Technologieunternehmen Huawei seit 2012 eine Studie auf, die untersucht, was Deutsche und Chinesen unterscheidet und was sie verbindet. Untersucht werden u.a. die Wahrnehmungen in den Themenbereichen “Politik und Staat”, “Wirtschaft und Innovation” sowie “Gesellschaft und Kultur”. Die Huawei-Studie 2016 widmet erstmals der “Digitalisierung” einen eigenen Thementeil. Ein Ergebnis ist beispielsweise, dass Chinesen in der Digitalisierung vor allem Chancen sehen, Deutsche dagegen eher Nachteile und den Abbau von Arbeitsplätzen fürchten.

Die Studie, die in Zusammenarbeit mit GIGA German Institute of Global and Area Studies, der Universität Duisburg-Essen und TNS Emnid durchgeführt wurde, basiert auf der Befragung von rund 2.600 Personen (pro Land jeweils 1.000 Personen aus der allgemeinen Bevölkerung, 200 Wirtschaftsentscheider und 100 politische Entscheider).

Der Referent, Herr Carsten Senz, ist Senior Manager Public Affairs & Government Relations bei Huawei Technologies Deutschland GmbH, Düsseldorf.

 

19. Januar 2017 Vortrag und Lesung von Prof. Thomas Heberer (Seniorprofessur für Politik und Gesellschaft Chinas der Universität Duisburg-Essen) aus "Lin Yutang, - mein Land und mein Volk" in der VHS Krefeld.

 

25.11.2016: Vortrag von Frau Sibylle Spindler: Kiautschou/Tsingtau - das deutsche Schutzgebiet in China (1898 - 1914) in der VHS Krefeld.

Beim Aufbauverlag in Berlin erschien 2015 der historische Roman DIE ÄRZTIN VON TSINGTAU von Sibylle Spindler. Darin schildert die Autorin, die Sinologie und Geschichte studiert hat, historische Ereignisse in Tsingtau von 1910 bis 1911 aus der Sicht einer jungen deutschen Ärztin, die ihren Vater in der Kolonie besucht.

Auf dieses wenig bekannte Thema stieß Sibylle Spindler, als sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit als Drehbuchdramaturgin den Auftrag erhielt, Recherchen über die damalige deutsche Kolonie für ein Spielfilmdrehbuch anzustellen. Das Filmprojekt kam nicht zustande, aber das Material, das sie gesammelt hatte, war so spannend und interessant, dass Sibylle Spindler beschloss daraus eine eigene Geschichte zu entwickeln – nicht zuletzt, weil ihr eigener Großvater als junger Leutnant zur See dort stationiert gewesen war.

Als zentrale Recherchequelle dienten ihr die TSINGTAUER NEUESTEN NACHRICHTEN, eine Tageszeitung, die von 1904-1914 in der Kolonie erschien. Die Lokalnachrichten ergaben ein spannendes, ambivalentes Bild der dortigen deutschen und internationalen Gesellschaft. Die wichtigsten Ereignisse in ihrem Roman haben zwischen 1910 und 1911 tatsächlich stattgefunden, viele der Figuren sind Personen, die damals wirklich dort lebten oder an ihnen angelehnt. Die historische Authentizität und Glaubwürdigkeit war der Autorin ein wichtiges Anliegen – vor allem auch die damalige Situation in China, das durch das Eindringen westlicher Mächte ins Chaos gestürzt wurde – was 1911 zum Sturz des chinesischen Kaiserhauses führte. 

Die Situation in China, die innenpolitische Situation im damaligen Deutschen Kaiserreich und das Leben dieser bunten Gesellschaft waren der Inhalt des Vortrages.

 

 

 

"Geld in China - Geld aus China"

war ein Vortrag der GDCF Krefeld - Niederrhein am 11. Juli 2013 in Gut Heyenbaum in Krefeld, der großes Interesse fand.

Der Sinologe Prof. Dr. Hans-Ulrich Vogel von der Universität Tübingen sprach über die mehr als dreitausendjährige Geldgeschichte Chinas. Sie war verbunden mit den unterschiedlichsten Materialien, mit Bronze und Messing, Gold und Silber und in ungemünzter Form wie Seide, Tuch, Getreide und Kauri-Muscheln.

China war das Land, in dem das Papiergeld erfunden wurde, das im 14. Jahrhundert zeitweise das einzige zugelassene Zahlungsmittel war. Das chinesische Reich wurde ab Mitte des 16. Jahrhunderts immer mehr von japanischem, südamerikanischem und mexikanischem Silber abhängig und somit in die im Entstehen begriffene Weltgesellschaft eingebunden. Das wirkte sich zuerst positiv für das Land aus - bis zu den in der Mitte des 19. Jahrhunderts sich ausbreitenden Opiumkriegen, die sehr negative Ursachen und Folgen hatten.

Dieser Rückblick in die Geldgeschichte Chinas machte geradezu neugierig auf die Position der heutigen chinesischen Währung "Renminbi". Diplomkaufmann Thomas Scheidemann von der Sparkasse Krefeld sprach über aktuelle Entwicklungen zum Zahlungsverkehr und zu Währungstauschgeschäften mit der chinesischen Währung. Eingeführt wurde der "Renminbi" vor 64 Jahren von der kommunistischen Regierung. Er spielte - anders als der Dollar oder Euro oder der japanische Yen - für Zahlungen der internationalen Handelsströme lange Zeit gar keine Rolle.

2004 begann die chinesische Regierung mit ersten, winzig kleinen Schritten, die Internationalisierung des Renminbi vorzubereiten. Erst seit Mitte 2010 können Exporte und Importe weltweit bei Beachtung bestimmter Regularien in Renminbi abgewickelt werden, erklärte Thomas Scheidemann. Ziel der chinesischen Regierung ist es, den Renminbi weiter zu internationalisieren - ohne jedoch die Kontrolle über Wechselkurse etc. auf den Finanzmärkten und Risiken auf den Bankenmärkten aus der Hand zu geben.

Diese Veranstaltung der GDCF Krefeld - Niederrhein war eine interessenbindende Begegnung von Wissenschaft und täglicher Banker-Praxis zum weltbewegenden Thema "Geld". Das bestätigten u.a. auch Bezirksvorsteher für den Stadtbezirk Krefeld-Ost, CDU-Ratsherr Hans-Jürgen Brockers und CDU-Fraktionsgeschäftsführer Peter Könen. Kleine Gruppen setzten ihren Meinungsaustausch bis gegen Mitternacht in die private Sphäre fort.

 

 

Mehr als nur eine Reise zu Sauerbraten & Co. - Kulinarische Reise am 28. Juni 2013 

Seit 28 Jahren gibt es in Krefeld die GDCF,  die inzwischen ihren Wirkungskreis und ihren Namen erweitert hat in "GDCF Krefeld - Niederrhein". Fast ebenso langlebig wie die GDCF ist die sogenannte "Kulinarische Reise - ein Abend der Begegnung und Information": Chinesen und China-Interessierte begegnen einander jeden letzten Mittwoch im Monat in einem der Krefelder Chinarestaurants, essen und diskutieren miteinander - nicht nur, aber auch über das fernöstliche Land.

Die Kulinarische Reise Ende Juni war jedoch in dieser Form neu. Auf Vorschlag von Traute Nieter begegnete man einander in einer Lokalität, die statt (verwestlichter) Pekingente Schweinehaxen und anstelle von Frühlingsrollen den Halven Hahn auf der sogar in chinesischer Sprache vorliegenden Speisekarte hatte, im Nordbahnhof. Dort sollte den chinesischen Gästen die deutsche Küche vorgestellt werden.

Und sie kamen. Auf Einladung von Xiao Ying Shang, der chinesischen Oberärztin aus Xi'an, die in Krefeld als Heilpraktikerin tätig ist, waren sie sogar zahlreich gekommen. Netterweise setzten sie sich mitten unter die deutschen Teilnehmer, obwohl man sich zunächst noch etwas fremd war. Die Begrüßung durch die Vorsitzende half ebenso über eine erste Verlegenheit hinweg, wie Brigitte Plehns kleiner Vortrag über die Deutsche Küche - vom Sauerbraten aus Pferdefleisch bis hin zum Essbesteck, das es in dieser Form erst seit dem 19. Jahrhundert gibt.

Humorig und informativ zur Entwicklung des Nordbahnhofs erzählte dann der Chef und Eigentümer des Lokals - Viktor Furth - mit roter Eisenbahnerschirmmütze geschmückt - über sein in Krefeld hochangesehenes Lokal "Nordbahnhof".

Nach dem Essen kamen die Gespräche immer mehr in Fahrt. Die chinesischen Gäste stellten sich nacheinander vor, eine Dame verriet dabei, dass ihr großes Hobby Singen sei. Zusammen mit ihren Landsleuten sang sie - auf deutschen Wunsch - die chinesische Nationalhymne. Die Deutschen antworteten mit einem deutschen Volkslied. Der Höhepunkt war erreicht, als alle versuchten, gemeinsam das weltbekannte Geburtstagslied "Zum Geburtstag viel Glück" gleichzeitig auf Englisch, Deutsch und Chinesisch zu singen, dazu noch im Kanon. Am Schluss des Abends konnte die Kommunikation zwischen Chinesen und Deutschen (Krefeldern) kaum besser sein. Und die chinesischen Teilnahmer versicherten, dass sie wiederkommen wollten, noch dazu mit einem interessanten Diskussionsthema in der Tasche: Den chinesischen Dialekten. 

An den Gesichtern war am Schluss der Veranstaltung zu erkennen, dass dieser Abend mehr war, als nur ein Ausflug zu Leberkäse und Sauerkraut. Man hatte miteinander gegessen, gelacht und diskutiert und nicht zuletzt gemeinsam gesungen. Damit endete die Reise an diesem Abend dort, wo sie hatte enden sollen: ein Stückchen näher an der jeweils anderen Kultur der Länder China und Deutschland. (Brigitte Plehn)

 

 

Am 21. Februar 2013 hat die Mitgliederversammlung die Änderung des Namens in "Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Krefeld - Niederrhein e.V." oder kurz "GDCF Krefeld - Niederrhein" beschlossen. Durch die Änderung sollen neue Mitglieder, die nicht in Krefeld oder der nahen Umgebung von Krefeld zu Hause sind, sich besser mit der GDCF identifizieren können. Konkreter Anlass ist das Interesse von Personen und Institutionen aus dem Bereich Kleve, insbesondere der "Gesellschaft für Internationale Begegnungen e.V. Kleve", an einer Kooperation mit der GDCF.

 

 

 "Kulinarische Reise oder: Haare schneiden am Neujahrstag bringt Unglück"

Am 30. Januar 2013 fand im Restaurant China City die monatliche kulinarische Reise der Krefelder Gesellschaft für deutsch-chinesische Freundschaft statt. Die zahlreichen Teilnehmer ließen es sich munden bei einer vorzüglichen Auswahl von Rindfleisch-,geflügel- und Fischgerichten. Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Frau Brigitte Plehn über die mythologischen Grundlagen und die Bräuche des chinesischen Neujahrsfestes.

Das Neujahrs- oder Frühlingsfest ist der wichtigste Feiertag im Jahr des chinesischen Volkes. Gefeiert wird in fast allen Ländern Ostasiens, aber auch in Übersee und sogar in Krefeld, wo Chinesen und Freunde Chinas diesem Fest mit Freude entgegensehen. Wir erfuhren, dass das Fest zu der größten Migrationsbewegung der Welt führt, da Millionen von Chinesen bestrebt sind, zum "Mondneujahr" mit ihrer Familie zu feiern.

Eine Parallele zu unserer Art, Neujahr zu feiern, ist der Brauch, das "Jahresmonster" mit Lärm und Feuer zu vertreiben. Ein wesentlicher Unterschied besteht in der Aufführung des "Löwentanzes", was die Ebenbürtigkeit des Löwen gegenüber dem Kaiser betont. Selbst im sozialistischen China werden solche feudalen Vorstellungen wieder oder immer noch geschätzt.

Erstaunen erregte die Sitte des Kotaus (rituelle Verneigung) vor den Eltern und das Opfern von Räucherstäbchen. Auch die Tatsache, dass Shopping für viele Chinesen die beliebteste Feiertagsaktivität darstellt, rief Verwunderung hervor. An gesetzlichen Feiertagen sind die Geschäfte geöffnet.

Und warum bringt Haareschneiden am Neujahrstag Unglück?

Antwort: Haare heisst im Chinesischen "fa" und dieses Wort  klingt so ähnlich wie das Wort für Wohlstand. Man will sich doch nicht den Wohlstand an diesem besonderen Tag "wegschneiden".

(W.P.)

 

"DAS LIED VON DER ERDE"

Gustav Mahlers Vertonung chinesischer Gedichte

Vortrag von Prof. Dr. Karl-Heinz Pohl im Glasfoyer des Stadttheaters Krefeld - veranstaltet von der GDCF Krefeld e.V.

Vor etwa 100 Jahren, im November 1911, wurde in München eines der bekanntesten Werke von Gustav Mahler uraufgeführt - das Lied von der Erde.

Dieses Lied ist eine Nachdichtung klassischer chinesischer Verse. Seine Entwicklung über mehrere Stufen - von den Ursprüngen bis zur sinfonischen Vertonung durch Gustav Mahler - ist Thema eines Vortrags gewesen, den der Sinologe Prof. Dr. Karl-Heinz Pohl (von der Universität Trier) am Dienstag, den 27. November 2012 vor sehr interessierten Zuhörern im Krefelder Stadttheater gehalten hat. 

"Das Lied von der Erde" ist ein sechsteiliger Liederzyklus, der von unterschiedlichen chinesischen Dichtern verfasst wurde, zum größten Teil jedoch aus der Feder von Li Tai Po (701 - 762) stammen soll.

Europa begann sich für chinesische Lyrik zu interessieren, als es um 1860 erste Fassungen in Französisch gab. "Das Lied von der Erde" übersetzte Marquis d'Hervey de Saint-Denyse, dessen Fassung Hans Bethge schließlich als Vorlage seiner Nachdichtung in Deutsch diente. Aus Bethges so enstandener Gedichtsammlung dieser ursprünglich altchinesisichen Lyrik setzte Gustav Mahler einige Gedichte als Symphoniekantate um.

Prof. Pohl verdeutlichte die große Diskrepanz zwischen Original und dem von Mahler vertonten Text. Die chinesischen Texte weisen u.a. knappe Texte, Strophen mit regelmäßiger Form und mit Endreim, Musikalität, wenig Gefühlsausdruck und keinem Ich-Erzähler auf. Dem stehen bei Bethge Überladenheit, Formlosigkeit, Pathos und ein Ich gegenüber. Pohl begründete dieses gänzlich andere Erscheinungsbild damit, dass jede Zeit den Zeugnissen der Kunst ihren eigenen Stempel aufdrücken würde/müsste. Der Mantel also ändert sich, doch was er bedeckt, bleibt gleich - dies war der wichtigste Gedanke dieses Vortrags. Prof. Pohl spürte der Faszination nach, die Gustav Mahler von der Nachdichtung empfunden haben muss und die ihn zu seiner wunderbaren Tonfassung anregte. So konnte der Vortrag zum besseren Verständnis nicht nur des Musikwerks des berühmten Komponisten Mahler, sondern auch der Rezeption chinesischer Lyrik beitragen.

Die Autorin dieses Berichtes ist Brigitte Plehn, Mitglied der GDCF Krefeld e.V..

 

23. Februar 2012 in der Mediothek

"Goethe und China - China und Goethe"

Vortrag von Prof. Wolfgang Kubin, Universität Bonn und Goethe-Zitate vorgetragen von Frau Rosemarie Weber

Sprach Goethe Chinesisch?

Nein, sicherlich nicht. Aber er beschäftigte sich sein Leben lang mit der chinesischen Schrift und der chinesischen Literatur, d. h. mit einer Welt, die ihm vor allem in Zeiten persönlicher Krisen als wahrer Zufluchtsort diente.

Diese und ähnliche überraschenden Erkenntnisse wurden den Zuhörern von Prof. Wolfgang Kubin, dem bedeutenden Sinologen, Lyriker und Essayisten mit internationalem Renommee, bei einem wissenschaftlich fundierten und gleichzeitig auf privaten Erfahrungen basierenden Vortrag in der Mediothek überzeugend präsentiert. Nachdem Prof. Kubin das Ausmaß und die Grenzen des Goetheschen Studiums der chinesischen Kultur skizziert hatte, analysierte er in einem zweiten Schritt die chinesische Rezeption wichtiger Werke Goethes und betonte die erstaunliche Wertschätzung der Chinesen für das Lied der Mignon, die "Leiden des jungen Werther" und den"Faust". Die Untersuchung der Goethe-Rezeption im Kontext der jeweiligen historischen Situation (Mai 1919, 1949, Kulturrevolution) beeindruckte durch Präzision und Anschaulichkeit. Dieser faszinierende Vortrag wurde abgerundet durch Kubins Einschätzungen zur allgemeinen Situation der intellektuellen Elite Chinas, die durchaus ein starkes Interesse an deutscher Literatur und Philosophie zeige.

Beeindruckend auch die Rezitation von Frau Viehweg-Weber, die es verstand, die relevanten Passagen aus Goethes Werk dem Publikum nahe zu bringen, so dass der Abend neben wissenschaftlicher Erkenntnis auch Kunstgenuss brachte.

 

China und Japan – eine Hassliebe

Marksteine einer wechselhaften Geschichte

Die Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Krefeld (GDCF) setzte am 31. Mai 2011 auch in diesem Jahr wieder in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) ihre renommierte Vortragsreihe auf Gut Heyenbaum fort. Unter dem Titel „China und Japan – eine Hassliebe“ präsentierte der Präsident der Deutschen-China-Gesellschaft, der bekannte Karlsruher Universitäts-Professor Dr. Gregor Paul, einen Vortrag über die Beziehungen zwischen China und Japan vor dem Hintergrund der zutiefst wechselhaften Geschichte beider Staaten. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling. Dass GDCF und KAS mit ihrer Veranstaltung Jahr für Jahr den Nerv der Zeit treffen, zeigt die Besucherzahl: rund 160 Besucher füllten den Saal. Selten finden im bundesweiten Vergleich solche, eben auch fundiert wissenschaftliche, Veranstaltungen einen solch positiven Zulauf – und das regelmäßig.

Prof. Dr. Gregor Paul, der auch wissenschaftlicher Berater des japanischen Kulturinstituts in Düsseldorf ist, analysierte in seinem Vortrag die Marksteine in der Entwicklung des chinesisch-japanischen Verhältnisses. Schon im 4. Jahrhundert v. Chr. entstand in China eine Ethik der Menschlichkeit, die unter gewissen Umständen eine gewaltsame Beseitigung despotischer Regime, ja einen Tyrannenmord gebot. In Japan sympathisierte man vereinzelt mit dieser Auffassung, im Allgemeinen wurde sie jedoch als unvereinbar mit der Herrschaft eines "lebenden Gottes" angesehen. Im Zweiten Weltkrieg stand auf ihre Anerkennung gar die Todesstrafe. Diese Gegensätze kommen in verschiedenen Marksteinen zum Ausdruck, etwa in dem von japanischen Truppen verübten Massaker in Nanjing, der gegenwärtigen Verehrung japanischer Kriegsverbrecher oder den Auseinandersetzungen in der Schulbuchpolitik, die Professor Paul in seinem Vortrag kritisch beleuchtete.

„Gerade nach der Katastrophe von Fukushima ist Japan in deutschen Medien präsent und allgegenwärtig. Wir haben durch unsere Veranstaltung die Möglichkeit gegeben mehr in die Tiefe zu schauen: auf Menschen, Kultur und Mentalität Japans vor dem Hintergrund des großen Nachbarn China. Beide Staaten sind geprägt von einer wechselhaften Geschichte mit Höhen und Tiefen. Nur wenn es uns gelingt genau hinzuschauen, lassen sich beide Länder und ihr Verhältnis zueinander, ja die gesamte Region, verstehen“, so Traute Nieter, Vorsitzende der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Krefeld. Auch in Zukunft wolle man die gute Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung fortsetzen und hochkarätige Experten zu verschiedenen China-Themengebieten einladen. „Unsere Veranstaltungen gehören zu den renommiertesten auf diesem Gebiet“, zeigt sich Traute Nieter freudig und unterstreicht sogleich, dass man bereits an den nächsten Projekten und Vorhaben intensiv arbeite.


GDCF Krefeld
Im Bild (v.l.n.r.): GDCF-Vorsitzende Traute Nieter, CDU-Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling MdB, KAS-Landesbeauftragter Daniel Schranz (sitzend) und Prof. Dr. Gregor Paul (am Rednerpult)

 

Japan-Katastrophe berührt Krefelder?
Reisen nach Hangzhou in China – oder nicht?
- eine verantwortungsgetragene Einladung zum Treffen von Eltern und Schülern


Das war das Thema, zu dem Delegationsleiter Neuenhofer (Marienschule) die Eltern und Schüler der Krefelder Chinesisch-Schüler zur Partnerschule in China am 16.03.2011 eingeladen hatte. Japan-Katastrophe und evtl. Folgen für die China-Reisegruppe wurden sachgemäß nach dem aktuellen Stand diskutiert. Das Auswärtige Amt, die Deutsche Botschaft in Japan und Pekinger Adressen waren befragt worden.
Keine Risikomeldungen liegen bis 16.3.11 vor, so betonte auch Frau Dr. Köhler-Degner, die GDCF-Beauftragte für die Schulpartnerschaft. Die Schulaufsicht und Versicherungen gaben Informationen wg. Haftungsfragen bei evtl. selbstverantwortetem Rücktritt . Stand der Dinge bis zum 16.3.11:
„Solange keine Reisewarnung für China besteht, bleibt der Besuch für die angemeldeten Schüler/innen und die begleitenden Lehrer/innen gebucht.
Bei kurzfristiger  Absage der gebuchten Reise können die Reisenden, resp. deren Eltern, keine Rückerstattung der gezahlten Reisekosten erwarten.“
 
Die Teilnehmer der Beratungsstunde wurden gebeten, evtl. Bedenken vorzutragen.
Weil die gegebenen Informationen sorgfältig recherchiert waren, blieben alle
Teilnehmer bei ihrer Zusage der Teilnahme an der Hangzhou-Reise.
 
Und nun, am 17.3., um 13 Uhr am Düsseldorfer Flughafen zeigt dieses Foto die Krefelder Chinareisenden. Sie haben das Bild der Großen Mauer vor sich, die einst gegen die Fremden, die Barbaren gebaut wurde – und heute ein internationaler Treffpunkt ist, den auch die Krefelder besuchen werden.

 

Der chinesiche Botschafter zu Besuch in Krefeld

Am 28. Januar 2011 gab der Oberbürgermeister der Stadt Krefeld einen Empfang im Rathaus zu Ehren des Botschafters der Volksrepublik China, Seiner Exzellenz WU Hongbo, zu dem auch die Vorsitzende der GDCF, Frau Traute Nieter, sowie weitere Mitglieder eingeladen waren.

 

"Erfolgreich verhandeln in China - Grundlagen des chinesischen Wirtschaftsrechts und praktische Tipps ..."

Die Entwicklung des Rechts in China vom Konfuzianismus zu den Wirtschaftsgesetzen der letzten 30 Jahre war das Thema eines sehr gut besuchten Vortrags, zu dem die Gesellschaft für deutsch-chinesische Freundschaft Krefeld e.V. am 12. Januar 2011im Anschluss an die Mitgliederversammlung in die VHS Krefeld eingeladen hatte.
 
Die aus China stammende und in Krefeld tätige Juristin Dun Strasshofer berichtete über - hauptsächlich strafrechtliche - Kodices zwischen 300 v. Chr. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Ab 1911 entstanden erste zivilrechtliche Gesetze, die jedoch spätestens unter Mao wieder aufgehoben wurden. Mit der Liberalisierung Chinas seit 1978 entstand auch der Bedarf für die Schaffung einer verlässlichen Rechtsordnung. Nach einigen Probe-Regelungen wurden ab 1982 viele Wirtschaftsgesetze erlassen, die zu einem großen Teil westlichem Recht nachgebildet sind. So gibt es in China nicht nur das garantierte Recht auf privates Eigentum, sondern wie in Deutschland auch die Möglichkeit, sich das Eigentum an einer verkauften Sache bis zur vollständigen Bezahlung des Kaufpreises vorzubehalten. Die lebhafte Diskussion wurde moderiert von Rechtsanwalt Dr. Hans Hein Thomas, der auch eigene China-Erfahrungen einbrachte.

Abschließend gab Frau Strasshofer einige Tipps für erfolgreiches Verhandeln in China. So sollte man unbedingt bei großen Verhandlungsdelegationen herausfinden, welche die wichtigen Personen sind. Weil Dolmetscher gelegentlich nicht wörtlich übersetzen, sondern das Gesagte interpretieren, ist es wichtig, die maßgebliche Fassung eines Vertrages in einer Sprache festzulegen, die beide Seiten verstehen. Wissen sollte man auch, dass Verhandlungen mit chinesischen Partnern in höherem Maße Geduld und Diplomatie erfordern, als in westlichen Ländern.

 

Die GDCF-KR e.V. feierte ihren 25. Geburtstag
Empfang im Rathaus am 10. Dezember 2010

„Eine Freundschaft muss wie eine Tasse Tee sein“, sagt ein chinesisiches Sprichwort. „Sie muß klar sein und durchscheinen bis auf den Grund.“ Mit diesem bildlichen Vergleich eröffnete Herr Oberbürgermeister Gregor Kathstede seine Ansprache und Gratulation anläßlich der Gründung der Gesellschaft für deutsch chinesische Freundschaft Krefeld e.V. (GDCF-KR e.V.) vor 25 Jahren.
Die zu diesem Geburtstagsempfang ins Krefelder Rathaus geladenen Gäste waren Vorstand und Mitglieder der GDCF, Schulleiter verschiedener Krefelder Gymnasien, Unternehmer und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Krefeld. Als besonders ehrenwerte Gäste kamen von der Chinesischen Botschaft in Berlin der Leiter der Kulturabteilung Gesandter/Botschaftsrat Herr Li Xin sowie Kultur-Attachée Frau Zhang Xiao.
Oberbürgermeister Kathstede erinnerte die Gäste daran, dass China zum Gründungszeitpunkt der GDCF ein Entwicklungsland gewesen sei und nun - nach einer rasanten und gewaltigen Entwicklung – sich auf dem Weg zu einer modernen, aufstrebenden Wirtschaftsmacht befinde.
Die GDCF habe während dieser Jahre Kontinuität in ihrer Arbeit um das Kennenlernen und Verstehen Chinas Kultur gezeigt. Deshalb seien heute dort Brücken, wo früher Gräben gewesen seien. Für diesen unermüdlichen 25- jährigen Einsatz der GDCF dankte Oberbürgermeister Kathstede allen daran Beteiligten.
Abschließend gratulierte er der Vorsitzenden Traute Nieter stellvertretend für die gesamte GDCF und überreichte ihr Blumen und einen Ehrenteller der Stadt Krefeld.
 
Dann richtete Gesandter/ Botschaftsrat Li Xin ein Grußwort an das Publikum. Seit der Gründung der GDCF hätte diese sich intensiv bemüht, die chinesische Kultur und Lebensart hierzulande bekannt zu machen und ein positives Verhältnis zwischen beiden Ländern aufzubauen, Die Vorsitzende, gemeinsam mit vielen ähnlich Interessierten, habe hier viel geleistet, denn sie habe ein Tor zum Reich der Mitte aufgestoßen und an der Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen ständig gearbeitet. Diese Freundschaft, so betonte Botschaftsrat Li zuletzt, werde wachsen und immer mehr Früchte tragen.
 
Auch Traute Nieter als Vorsitzende der GDCF-KR e.V. richtete Begrüßungsworte an die versammelten Gäste. Sie begann mit einem Zitat des deutschen Schriftstellers August von Kotzebue aus dem 18. Jahrhundert: „Freundschaft ist die Blüte des Augenblicks und die Frucht der Zeit.“ Dann wies sie darauf hin, dass die Unterschiede zwischen dem fernöstlichen Land und dem unseren groß seien und die Menschenbilder beider Länder und Kulturen so verschieden, dass sie nicht so einfach kompatibel seien. Gegenseitiges Verstehen und der Aufbau eines von Freundschaft getragenen Miteinanders mache ein „Voneinander Lernen“ notwendig. Um das hierfür wichtige „Chinawissen in Krefeld“ bemühe sich die GDCF-KR e.V. beständig.
 
Zuletzt stand Frau Prof. Dr. Marie-Louise Klotz, Schriftführerin der GDCF-KR e. V. am Rednerpult. Sie bezeichnete es als weise, junge Menschen mit China bekannt zu machen, denn dies wäre zum Wohle beider Länder. Mit dem Kennenlernen einer fremden Kultur können sowohl die mit Neuem oft verbundenen Ängste abgebaut werden, als auch die Achtung vor diesem Neuem, dieser Kultur, wachsen.
Die GDCF-KR e.V. ermuntere und ermutige junge Menschen zum Weiterlernen, ohne sie zu drängen.
Die Arbeit, die die GDCF leiste, sei Arbeit mit Weitblick.
Dass China heute zum Alltag in Krefeld gehöre, ginge auf das längjährige Engagement der Gesellschaft für deutsch-chinesische Freundschaft zurück.
 
Der Geburtstagsempfang wurde musikalisch verschönt durch Beiträge aus beiden Kulturen. Ein Streichquartett der Musikschule Krefeld mit Katharina Borach, Torsten Jans, Jan Raderschatt und Inka Jans eröffnete mit dem Stück Afr. BWV 1068 von Johann Sebastian Bach die Feierstunde und beschloss sie mit Mozarts Rondo KV 525 aus der Kleinen Nachtmusik.
Die chinesische Sängerin Liu Wei-Herrmann trug - stellvertretend für die Kultur ihres Heimatlandes - das in China weit bekannte Lied vom Yangtse vor, in welchem der mächtige Fluss als Mutter verehrt und besungen wird.
 
Mit einem Eintrag aller Teilnehmer in das Gästebuch der Stadt und einem Umtrunk, der Gelegenheit zur Gratulation und zum Gespräch bot, endete der Empfang anläßlich der Gründung der GDCF-KR e.V. 1985 und ihrer weiter führenden Arbeit seit einem Vierteljahrhundert.
(12-2010; bpl)

 

23. November 2010 "Chinesische Malerei und Gedichte aus der klassischen Zeit"

Im Clubleseraum der Mediothek am Theaterplatz fand in freundlicher Kooperation zwischen Mediothek und GDCF eine "Reise in die Berge und ans Wasser" statt. Die vorgeführten Tusche-Malereien der Krefelder chinesischen Malerin Lili Yuan, unterlegt mit zarter chinesischer Musik und poetisch von Karin Mast vorgetragenen Gedichten aus "klassischer Zeit", entführten die zahlreichen Gäste in die von Lili Yuan präsentierte Leitlinie ihrer Malereien: "Die Natur mit dem Herzen sehen". Für die zahlreich erschienen Gäste war der Abend ein ästhetischer Genuss. (T.N.)

 

17. November 2010
Traditionelle chinesische Medizin in Krefeld
TCM -Apotheke stellt sich  der GDCF- KR e.V. vor


Eine Apotheke, die sich der Medizin der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verschrieben hat,  war der Veranstaltungsort einer GDCF-Veranstaltung.

Allein das versprach schon interessant zu werden. Viele Besucher – auch jüngere - strömten in die Räumlichkeiten der Hirsch-Apotheke in Willich. Es gab kaum genügend Stühle, um alle unterzubringen, die Frau Xiaoying Shang – die in Krefeld als Heilpraktikerin tätige chinesische Ärztin -  bei ihrem Vortrag über TCM zuhören wollten. Sehr anschaulich beschrieb Frau Shang die verschiedenen Säulen der TCM, die sich zusammen um das ganzheitliche Wohl des Patienten kümmern. Hier bekannt sind vor allem die Akupunktur, die Moxibution und Qigong. In der TCM in China nimmt jedoch die Kräutermedizin  einen herausragenden Platz ein. 

In der dann folgenden Pause stellte Frau Petra Günther ihre TCM-Apotheke vor. Sie berichtete, dass ihre wichtigste Aufgabe  sei, reine, qualitativ hochwertige Kräuter aus China zu beschaffen. Die etwa 300 verschiedenen Kräuter würde sie an nach der TCM arbeitenden Medizinern verkaufen. Als Privatperson ohne Rezept erhielte man keine Kräuter auf die Hand.

Am Schluss stand die Botschaft dieser GDCF-KR e.V. - Veranstaltung an die Gästen fest: Nicht ohne Grund  hat die TCM mehrere Jahrtausende überstanden. Seit ihren Anfängen steht sie im Dienst der menschlichen Gesundheit, ihrem Erhalt und ihrer Wiederherstellung im Krankheitsfall.

Ihre Entwicklung und ihre Erfahrung über Jahrtausende macht sie bis heute zu einer wirksamen alternativen und ergänzenden Medizin neben der hiesigen Schulmedizin. (bpl)

 

Mittwoch, 27.10.2010 Fabrik Heeder – Studiobühne 1

So war in der Einladung zu der Urkundenverleihung an die Krefelder Chinesisch-Gymnasiasten zu lesen. Eltern, Schulleiter, Lehrer/innen und Freunde - auch der GDCF-KR e.V.- gaben den Auszuzeichnenden und Gästen die Ehre ihrer Teilnahme an der Feier.
Ein sehr junges Saxophon-Trio eröffnete die Veranstaltung mit einer gekonnten Jazz- Melodienführung. Nach der Begrüßung der Ehrengäste sprach in Vertretung Oberbürgermeisters Schuldezernent Gregor Micus zur Anerkennung der Schüler.
Die Unternehmerschaft Niederrhein, die die Prüfungsangelegenheiten förderte, war präsent durch Frau Wittke-Lemm, die ebenso wie der Schuldezernent auf die Bedeutung der außergewöhnlichen China bezogenen Veranstaltung hinwies.
 
In Krefeld startete die GDCF-KR e.V. bereits im Jahr 1986 Chinesisch-Unterricht für interessierte Schüler aller Krefelder Gymnasien. Zu dem heutigen Zertifikatskurs führte vor vier Jahren eine Initiative von RHG-Schulleiter Roscheck, erläuterte Traute Nieter von GDCF-KR e.V. Und sie betonte auch:
“Man kann nicht klatschen mit einer Hand..“
 
Die Urkundenverleihung ist ermöglicht worden u.a. durch die kontinuierliche und pädagogische Leistung der beiden Lehrerinnen, Fengshi Yang, der chinesischen Germanistin und der deutschen Sinologin Isabell Höke-Purrmann. Sie führten über mehrere Jahre interessierte Krefelder Gymnasiasten zur Kenntnis der chinesischen Sprache und Kultur. Dem von Fleiß und Empathie getragenen Kennenlernen dieser uns so fremden Kultur brachte den Schülern nach abgelegter Prüfung die nun verliehene Urkunde. Sie ist ein für Bewerbungen in der Zukunft überzeugendes Dokument der besonderen Leistungsfähigkeit der Aspiranten, wichtig also für deren beruflichen Werdegang . ..
Die Krefelder Gymnasien, die Unternehmerschaft Niederrhein und die seit vielen Jahren initiierende GDCF-KR e.V. arbeiten hier Sinn gebend miteinander.
 
Und wer begrüßte das Krefelder China-Interesse mit einem ehrenvollen und auch wiederum lehrreichen Besuch für die Schüler?
Frau Qinhang Sun und Frau Xiao Zhang, die aus Berlin angereisten Repräsentantinnen der chinesischen Botschaft. Die junge Diplomatin Frau Sun gab mit ihrer anerkennenden und kenntnisreichen Rede ein excellentes Beispiel für das Interesse an einer anderen, unserer Kultur. In hervorragendem Deutsch zeigte sie den Schülern, daß über die sprachkundigen Kommunikationswege Verständnis und Einfühlung in eine andere Welt gegeben wird.
 
Traute Nieter, Vorsitzende der GDCF-KR e.V. dankte zum Schluss herzlich allen Beteiligten, Die jungen Saxophonisten, Justus Hünicke und Luka Winkmann vom Gymnasium Fabritianum und Olivia Nossek vom Moltke-Gymnasium faszinierten noch einmal mit reizvollen Jazzmelodien zum Abschluss.
(T.N.)
 

Im Mai und Juni 2010 lud die GDCF-KR. e. V. ihre Mitglieder und Gäste zu drei Vorträgen ein.  

Machtwechsel in China - Zum Begriff des Politischen im Reich der Mitte,

so lautete das Thema des  ersten Vortrags über das  Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer, langjähriger Universitätslehrer  und Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für China-Studien e. V. in den Räumen von Gut Heyenbaum (KR-Verberg) referierte.

Schmidt-Glintzer führte aus, dass mit der derzeitigen rasanten wirtschaftlichen Entwicklung Chinas und damit seinem Zuwachs an ökonomischer, jedoch auch politischer Bedeutung auf der Weltbühne, die westliche Welt nicht gerechnet habe. Noch bis 1967 habe man einen einzigen Botschafter als Vertreter Europas in China für hinreichend erachtet, berichtete der Referent vor etwa 170 interessierten Gästen. Mit dem wirtschaftlichen Erstarken des lange Jahre in vielen Regionen rückständigen Landes geriete die derzeitige Einparteien-Regierung innenpolitisch und außenpolitisch unter Druck. Seine Bevölkerung erwarte eine breite Teilhabe am Wohlstandszuwachs, während die westliche Welt China zu einer Modernisierung seiner politischen Strukturen , also einer Demokratisierung dränge.

In einer nachfolgenden Analyse erklärte Schmidt-Glintzer die Gründe,  warum ein Machtwechsel hin zu einer Demokratie nach europäischem Vorbild in China derzeit nicht möglich sei. China besäße kaum gewachsene und erprobte Strukturen, mit Kritik umzugehen und Machtwechsel geordnet vorzunehmen. Seit Ende des Kaiserreichs im Jahr 1911 sei China instabil und die Bevölkerung habe Machtwechsel vom Kaiserreich zur Republik und nachfolgend die Volksrepublik mit Mao nur als politische Vorgänge, die zu Unruhen führten, verbunden und damit die weitere Destabilisierung des Landes erfahren. Desweiteren habe die Führung der VR China, die etwa die Größe von Europa hat und eine Bevölkerungszahl aufweist, die etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung ausmacht, andere und ungleich größere Probleme, als die europäischer Staaten oder auch die der USA .

Zum Abschluss seines Vortrags nannte Prof. Schmidt-Glintzer neun Punkte, die helfen könnten, den schweren Weg Chinas in die Moderne zu unterstützen und das gegenseitige Verstehen zu verbessern. Unter anderem dürfe China nicht als ein Europa im Osten angesehen werden. Europäische Maßstäbe anzulegen seien nicht zielführend. Die Verschiedenheit zwischen Europa und dem Reich der Mitte müsse als Chance zum Austausch auf allen Ebenen und nicht als Hindernis im gemeinsamen Dialog angesehen werden, sagte der Referent. Er schloss seinen Vortrag mit der Prognose, dass eine weitere Annäherung zwischen Ost und West Aussicht und  Chance auf eine glückliche Zukunft aller Beteiligten biete.

Diese Gemeinschaftveranstaltung der GDCF-KR e. V und der Konrad-Adenauer-Stiftung  stand unter der Schirmherrschaft des CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling, der aus Berlin zu diesem besonderen Vortrag angereist war.

 

Chinas Literaten heute – Romankunst zwischen Tradition und Moderne


hieß das Thema, zu dem der Sinologe Prof. Dr. Thomas Zimmer von der Universität Köln am 7.6.2010 in der Mediothek Krefeld Interessantes erläuterte:

Die Romankunst in der Volksrepublik China sei mit 500 Jahren im Vergleich zu einer 2 ½ Tausend jährigen Geschichte des Landes relativ jung. Die Romane der Gegenwart gälten vielfach als unreif, was als Folge der jüngeren Geschichte des Landes angesehen werden müsse, erläuterte Prof. Zimmer dem interessierten Publikum.

Zu Beginn der letzten Kaiser-Dynastie, der Qing-Dynastie, sind die Staatsdiener und damit die Intellektuellen des Landes zur Stabilisierung der neuen Herrscherfamillie in ein enges idiologisches Korsett geschnürt worden, so dass auch die Vielfalt der literarischen Themen darunter litt. Mit dem Ende des Kaiserreichs 1911 und dem späteren Übergang zur Volksrepublik China kam es zu gesellschaftlichen Veränderungen und einer neuen Schriftsprache: eine Hinwendung zur Vernakularsprache auf Kosten der vom Volk kaum noch verständlichen klassischen Sprache. Auch der wachsende Kontakt mit Westlicher Kultur führte zur Adaption von fremden Techniken und neuen literarischen Themen.

Mit der Gründung der Volksrepublik China 1949 zog die Gängelung der Literaten und die Zensur der Literatur durch die kommunistische Partei wieder an. Wer die sozialistischen Propagandathemen wie beispielsweise den Klassenkampf zum literarischen Gegenstand erhob, genoss das Wohlwollen der Kommunistischen Partei. Wer Gesellschaftskritik übte, musste mit staatlichen Repressionen rechnen, da ja mit ihr häufig auch „Gesichtsverlust“ verbunden war.

Der Öffnungsprozess Chinas Richtung Westen und seine zunehmend stärker werdende wirtschaftliche Macht führten ab 1979 auch zu einer Liberalisierung der Literatur. Tabuthemen wie die Kulturrevolution konnten jetzt erstmals vorsichtig bearbeitet werden.
 

Chinas Romankunst sei nach wie vor ein literarisches Entwicklungsland, seine Literatur müsse sich in einem vielfachen Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, Politik, Sprache und ausländischen Einflüssen behaupten, aber sie sei im Aufbruch... so der Referent.

 

Die chinesische Schrift – Ein Buch mit 7 Siegeln?

Mit diesem neugierig machenden Titel startete Isabell Höke-Purrmann ihren Vortrag in der VHS Krefeld. Sinnbildlich öffnete die Sinologin dieses für die meisten Zuhörer unbekannte Buch und referierte über dessen Inhalt – die chinesische Schrift. Dabei wurde deutlich, dass die derzeitigen etwa 50.000 bis 60.000 Schriftzeichen das Ergebnis und der Spiegel einer langen Geschichte und lebendigen Kultur sind:

1949, nach der Gründung der Volksrepublik China, ernannte erstmals die politische Führung die Sprache der HAN-Bevölkerung - eine der meist gesprochenen zahlreichen Dialekte im volkreichen China - zur Nationalsprache des gesamten Landes. Um diese so genannte Hochsprache für jeden zugänglich und auch schreibbar zu machen, wurden zugleich die bestehenden aufwändigen Schriftzeichen (Langzeichen) vereinfacht (Entstehung von Kurzzeichen). Zum besseren Erlernen des Chinesisch – auch für Ausländer – wurde 1958 eine lateinische Lautschrift, das Pinyin, für chinesische Zeichen eingeführt.

Ferner erläuterte die Referentin, die derzeit für interessierte Schüler aller Krefelder der Gymnasien die Chinesische Sprache und Kultur unterrichtet, die Jahrtausende dauernde Entwicklung der derzeitigen Schriftzeichen aus primitiven Piktogrammen und Hieroglyphen bis zur heutigen Form. Die Bildzeichen seien kein Alphabet, sondern gäben Silben und ganze Worte wider. Ihr graphischer Aufbau habe erlernbares System, so Frau Purrmann.

Am Ende ihrer Ausführungen war klar, dass die Chinesische Schrift nicht in einem unlesbaren „Buch mit sieben Siegeln“ steht und deshalb unverständlich bleiben muss, zumindest nicht für die Zuhörer dieses Vortrags. Sie konnten an dem erfreulich systematisch dargestellten Thema erkennen, dass das Erlernen der chinesischen Schrift und Sprache eine Herausforderung der Sinne Sehen und  Hören ist und mit dem Konfuzius zugeschriebenem Wort „Lernen,lernen, lernen“ verbunden ist.

Nach einer regen Diskussion im Anschluss gab Frau Purrman das Wort an Hans-Ulrich Nieter vom Europäischen Zeitungsmuseum weiter. Er stellte eine kleine, aber exquisite Sammlung chinesischer Schriftträger und Beschreibstoffe vor, die er unter dem Titel „Von der Tonscherbe zum Papier“ präsentierte. Zu den Exponaten gehörten Scherben von Tongefäßen, Schildkrötpanzer, und Bronzegefäße mit eingeritzten Orakelschriften, der ältesten chinesischen Schrift. Der Referent führte weiter aus, dass die Chinesen über 1200 Jahre auf Bambusstreifen schrieben, daher die Schrift von oben nach unten und von rechts nach links geführt wurde. Verbunden mit Seidenfäden, entstand ein Buch in Form einer Schriftrolle. Seide als Beschreibstoff war nur dem kaiserlichen Hofe und den Reichen vorbehalten. 105 Jahre n. Chr. erfand Tsai Lun das Papier, dessen Herstellungsverfahren über die Seidenstraße den Weg nach Europa fand.

Eine lebhafte Diskussion der Hörerschaft mit den beiden Referenten beschloss den informationsreichen Abend von VHS in Kooperation mit GDCF-KR e.V.     (bpl, 06-10)

 


 

Powered by Website Baker