Die Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Krefeld wurde 1985 als Ortsverein eines damals bereits seit den 70-er Jahren wirkenden  Bundesverbandes gegründet. Seit 1990, nach dem Tiananmen-Desaster in Peking, ist die GDCF Krefeld - Niederrhein e.V. ein unabhängiger eingetragener Verein.

Das Arbeitsziel ist die kulturelle Annäherung an die traditionsreiche und überraschend fortschreitende kulturelle, soziale, ökonomische und auch politische Entwicklung Chinas mit allen Chancen, die sich daraus für die Menschen unserer beiden Länder ergeben.

 

Zu Beginn der 90er Jahre initiierte die GDCF Krefeld - Niederrhein e.V. ein Schulpartnerschaftsmodell mit der XUEJUN-Highschool in Hangzhou, der Hauptstadt der Provinz Zhejiang im Südosten Chinas. Im Rahmen dieser lebendigen Schulpartnerschaft, an der sich alle Krefelder Gymnasien beteiligen können, gibt es jährlichen Schüler-/Lehreraustausch und Chinesischunterricht auf freiwilliger Basis für Krefelder Gymnasiasten.

 

Die GDCF steht in enger Kooperation mit allen gesellschaftlich relevanten Institutionen der Stadt Krefeld und der Region Niederrhein.

Soweit sich aus ihren Themen kommerzielle Aspekte ergeben, werden sie in die Zuständigkeit entsprechender Institutionen wie IHK, Unternehmerschaft Niederrhein, Wirtschaftsförderungsgesellschaft usw. weitergereicht.

Die GDCF Krefeld - Niederrhein e.V. hat in den mehr als 30 Jahren ihres Bestehens ein weites  Beziehungsnetz geflochten, sowohl hier in Deutschland wie auch in China. Im GDCF-Gefüge haben sich herzliche Freundschaften entwickelt auch zwischen den Menschen unserer beiden Länder. Das Netzwerk ist getragen von Vertrauen, Respekt und Anerkennung und der Freude an der kulturellen wechselseitigen Bereicherung und dem Willen, voneinander zu lernen.

Auch in Hilfsaktionen trat die GDCF-KR e.V. als Mittlerin auf, so zuletzt bei dem katastrophalen Erdbeben in der Provinz Sichuan.

Die GDCF Krefeld - Niederrhein e.V. wird mit ihren Mitgliedern gemeinsam weiterhin ehrenamtlich forschen, vermitteln, kooperieren.

Vorstand:
Vorsitzende: Prof. Dr. Marie-Louise Klotz, 2.Vorsitzender: RA Carl-Theodor von Lieres und Wilkau, Schatzmeister: Helmut Bartsch, Schriftführer: Dr. Kurt Kreiten

Beirat: RA Dr. Hans Hein Thomas, Vorsitzender; Wilfried Balensiefer; Isabell Höke-Purrmann; Dr. Maria Köhler-Degner; Willi Röth; Theo Brauer

 

 

"IMMER NOCH NEUES UNTER DER SONNE" - DAS INTERVIEW (Auszug aus der Festschrift zum 20-jährigen Bestehen der GDCF Krefeld)

Zur Gründung, Entwicklung und Perspektiven der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Krefeld (GDCF-KR e.V.) nahm Vorsitzende Traute Nieter im Gespräch mit Jörg Basfeld Stellung:

Vor zwei Jahrzehnten haben Sie die Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Krefeld gegründet. Welcher Gedanke, welche Intention stand dahinter - und wer stand damals an Ihrer Seite? Denn im Alleingang werden Sie das „Projekt GDCF-KR e.V.“ ja wohl nicht angegangen haben.

Seit meiner Studienzeit (Politikwissenschaften und Regionalwissenschaft China) bin ich mit Themen der Politik, der Religion und der Kunst befasst. Vor diesem Interessenhintergrund war mein erster  sechswöchiger China-Aufenthalt in Taiwan eine faszinierende neue Erfahrung.

Dreimal in der Woche besuchte ich das Palastmuseum in Taipeh zu Vorlesungen über chinesische Kunst, wie sie dort mit dem Staatsschatz des kaiserlichen China präsentiert wurde. Fragen der Politik waren schon in diesem Zusammenhang so unumgänglich wie die der verschiedenen Religionen und des im Alltag so selbstverständlich praktizierten Volksglaubens.

Weitere Reisen ließen mich die VR China „erfahren“. Der Freundeskreis unserer Familie war höchst interessiert, mehr über das Land zu lernen.

Also gründeten wir auf Empfehlung unserer Tochter Ulrike Nieter, die das damals als Orchideenfach geltende Fach Sinologie studierte, einen Ortsverband der GDCF, wie sie das gemeinsam mit dem gerade aus China heimgekehrten Botschafter Dr. Erwin Wickert in Bonn praktiziert hatte.


Sieben Gründungsmitglieder konnten gefunden werden: Helma Seidel, Miteigentümerin des gleichnamigen Spielwaren- und Porzellangeschäfts in Krefeld; Brita Busch, Leiterin des BUSCH-Collegs; Maria Otto, Lehrerin; Traute Nieter, Lektorin; Horst-Eberhard Wessel, Verlagsleiter Busch-du Fallois, Krefeld; Hans-Ulrich Nieter, Verlagskaufmann, selbstständig; Gustav-Adolf Wolter, Direktor des Gymnasiums am Moltkeplatz und Autor bedeutender Bücher zur Geschichte Chinas. Das war ein starkes Team, zielgerichtet kooperativ, von Neugier, Interesse und Lust an der neuen GDCF-Arbeit getragen.

Im Laufe der nachfolgenden vielen Jahre sind immer wieder die Vorstandsmitglieder hochmotiviert mit der unendlichen China-Kulturarbeit befasst gewesen. Herzliche, sogar sehr private Freundschaften haben sich in dem GDCF-Gefüge entwickelt, auch zwischen Menschen unserer beiden Länder, China und Deutschland. Das Netzwerk ist getragen von Respekt und Anerkenung, von Freude an der kulturellen wechselseitigen Bereicherung, von dem Willen, von einander zu lernen.
 

Kommen wir zur Niederschlagung der Studentenrevolte 1989 auf dem Tiananmen-Platz dem „Platz des himmlichen Friedens“ in Peking. Sie war nicht zuletzt auch für Sie ein Schock, wie in der Jubiläumsbroschüre zum Zehnjährigen nachzulesen. Wie stark hat er Ihr Wirken, das Gebäude GDCF-KR erschüttert - und warum und wie ging es dennoch anschliessend weiter?

Aus einer Vorstandssitzung unmittelbar nach dem TianAn-Men-Desaster im Juni 1989 möchte ich zitieren: „Der Vorstand (Prof. Dr. Giselher Valk, Prof. Dr. Karl-Heinz Brocks, Günther Seidel, Brita Busch und Traute Nieter) beriet in verschiedenen Sitzungen, maßvolles Verhalten der GDCF- KR e.V. auch in ihrem Veranstaltungsangebot zu zeigen.

Sachliche Informationstätigkeit mit Schwerpunkten im Bereich des Kulturellen, das sich auf die Kontaktpflege mit Chinesen in vielfältiger Weise richten soll, ist angesagt.“

Der Krefelder Ortsverein sammelte mit Hilfe der Presse mehr als 500 Unterschriften für eine Eingabe an die chinesische Botschaft, in der Trauer und Bestürzung ausgedrückt wurden, verbunden mit der Bitte, alle Repressalien gegenüber Demonstranten einzustellen. Ein Spendenaufruf verhalf zu einer von der Krefeld-Vorster action medeor durchgeführten zentnerschweren Medikamentenspende. Sie wurde über schwierige Pfade nach Peking für die Massaker-Opfer weiter geleitet. In zahlreichen weiteren Hilfsaktionen trat die GDCF-KR e.V. als Mittlerin auf.

1990 beschloß der damalige Vorstand die absolut noch neue Einrichtung einer Schulpartnerschaft mit der XueJun-Schule in Hangzhou – inzwischen zum Modell herangereift und nach wie vor in voller Aktion.

Welche entscheidenden Akzente hat die Krefelder Gesellschaft seither gesetzt, worauf sind Sie vielleicht auch ein bisschen stolz?

Stolz ist m.E. nicht die Eigenschaft, mit der ich die GDCF-Arbeit bezeichnen würde. Es ist eher Freude am Gelingen von Projekten, die nicht gerade klein waren/sind und die ebenfalls erfreuende Wahrnehmung sinnvoller ehrenamtlicher Tätigkeit so vieler Menschen in Krefeld, über unsere Stadt hinaus und auch in China. Beispiele der gesetzten Akzente sind das Schulpartnerschaftsmodell und viele hundert Veranstaltungen mit verschiedenen Partnern.

Was haben Sie sich für die GDCF noch vorgenommen, welche konkreten Ziele bleiben gesteckt? Könnte es sein, dass diese Ziele in absehbarer Zeit erreicht werden und die GDCF-KR sich darüber vielleicht sogar selbst überflüssig macht?


Das Generalthema der GDCF-KR wird der kulturellen Annäherung an die traditionsreiche und nun so überraschend fortschrittliche Kultur Chinas sein mit allen Chancen, die sich daraus für die Menschen unserer beiden Länder ergeben.

Soweit diese Themen kommerzialisiert werden, sind sie in die Zuständgkeiten entsprechender Institutionen gegeben. Die GDCF-KR e.V. wird weiterhin ehrenamtlich forschen, vermitteln, kooperieren. Sie wird sich also keinesfalls überflüssig machen - es sei denn, wir wüssten bereits heute alles über das China von morgen. Aber es gibt, wie der Humanist und Publizist Ulrich von Hutten ( 6. Jahrhundert) schon festhielt, „...immer noch Neues unter der Sonne“.

 

Prof. Dr. Thomas Heberer. Universität Duisburg-Essen

Die Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft (GDCF) wurde 1973 auf Bundesebene gegründet. Gründung, Zielsetzung und Arbeitsweise waren damals erheblich beeinflusst von linken „maoistischen“ Gruppierungen, die in China ihr Ideal und das Gegenbild zur „kapitalistischen Gesellschaft“ in Deutschland sahen. Sie wollten die Gesellschaft zur Verbreitung ihrer programmatischen Ideen nutzen. Mit dem Ende der Kulturrevolution und den Wirtschaftsreformen in China verließ ein großer Teil dieses Klientels allmählich die GDCF.

In den 80er Jahren entfaltete die GDCF-Bundesvereinigung eine große Vielfalt an Initiativen in Form von Ausstellungen, Kulturdarbietungen, Unterstützungsmaßnahmen bei Naturkatastrophen, Förderung sozialer Einrichtungen in China und von deutsch-chinesischen Städtepartnerschaften oder bei Begegnungen auf der nicht-staatlichen Ebene. Die China-Tournee der Kölner Rockgruppe BAP, Begegnungen zwischen Künstlern, die Organisation von Reisen hochrangiger Politiker, Wissenschaftler und Schriftsteller nach China bzw. Deutschland kennzeichneten Meilensteine der GDCF-Entwicklung. Der Erfolg der Arbeit wurde u.a. dadurch gekrönt, dass der Botschafter a.D. Dr. Erwin Wickert als Beiratsvorsitzender fungierte und Personen des öffentlichen Lebens wie Dr. Peter Scholl-Latour, die 2006 verstorbene Carola Stern oder Jockel Fuchs sich im Beirat engagierten. Die Wertschätzung in China schlug sich u.a. darin nieder, dass der damalige Bundesvorsitzende der GDCF (der Verfasser dieses Beitrags) 1986 vom Generalsekretär der KP Chinas, Hu Yaobang, empfangen wurde. Die Tätigkeit der Bundesvereinigung wurde wesentlich getragen von den über 30 Ortsvereinen. Die GDCF Krefeld gehörte dabei stets zu den aktivsten, was vor allem das Verdienst der Gründerin und Vorsitzenden Traute Nieter ist, die auch eine Zeitlang Mitglied des Bundesvorstandes war. Die Entwicklung im Jahre 1989 wirkte sich auf die GDCF nachhaltig negativ aus. Der Bundesverband zerbrach, weil er einerseits finanziell in die Krise geriet, andererseits die Mitglieder sich über die weiteren Aufgaben der GDCF nicht einig waren. Übrig blieb eine kleine Zahl von Ortsverbänden, die lokal zum Teil bewundernswerte Aktivitäten geleistet haben (allen voran die Krefelder GDCF).

Heute bedarf es keines einzelnen Vereins mehr, der Kontakte nach China vermittelt, dazu ist China zu offen geworden, zu vielfältig. Gleichwohl sind drei wichtige Aufgabenfelder geblieben:

1. die Aufgabe, zur wechselseitigen Verständigung beizutragen und – in diesem Zusammenhang - die Vermittlung eines realitätsnahen Chinabildes;

2. auf der lokalen Ebene bürgernah die Entwicklung von Kontakten aller Art zu China und Informationen über China zu vermitteln;

3. Chinesen mit Menschen in Städten in Kontakt zu bringen und ihr Bild über Deutschland zu differenzieren.

Bedarf es in einer Zeit, in der so viel mehr Informationen über China zu uns gelangen als in den 70er und 80er Jahren, noch der Arbeit von Verständigung und Mitprägung des öffentlichen Chinabildes? Die eindeutige Antwort lautet: „Ja!“

Wenn wir uns die Geschichte des deutschen Chinabildes anschauen, so lässt sich feststellen, dass es stets zwischen den beiden Polen Idealisierung und Verteufelung geschwankt hat. An diesem Dualismus hat sich bis heute wenig geändert. In den Medien und in vielen Büchern wird China entweder überschätzt, indem Shanghai als Beispiel für die Seinsweise Chinas genommen, aber zugleich vergessen wird, dass große Teile Chinas sich noch im Stadium eines Entwicklungslandes befinden; oder es wird unterschätzt, indem behauptet wird, es hätten sich zwar ökonomische Veränderungen vollzogen, nicht aber politische. Was das Letztere anbelangt, so ist richtig, dass es keinen politischen Systemwechsel gegeben hat; aber der Wandel von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft, der Aufbau eines Rechtssystems, die gesellschaftliche Differenzierung, die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen und die verschiedenen Verwaltungsreformen müssen auch als Ausdruck politischen Wandels begriffen werden. Aber auch in der internationalen Politik ist China berechenbarer und kooperativer geworden.

Die Öffnung Chinas, seine zunehmende Bereitschaft zur Mitgestaltung von Weltinnenpolitik und zur Einbindung in internationale Gesprächsrunden lässt darauf schließen, dass es ein immer offener werdender Gesprächspartner werden wird.

All das verdeutlicht, dass die drei genannten Aufgaben der GDCF weiterhin enorm wichtig bleiben. Von daher ist die GDCF-Arbeit – um Mao zu zitieren – kein „Deckchensticken“, sondern eine tagtägliche Aufgabe zum Abbau von Feindbildern und Vorurteilen in den Köpfen von Menschen. Ich wünsche der GDCF Krefeld in diesem Sinne für die weitere Arbeit und die Zukunft alles Gute!


"UNTER DEM HIMMEL"

„Dort oben gibt es den Himmel und hier unten gibt es Suzhou und Hangzhou“

Dieses seit Jahrhunderten bekannte geflügelte Wort kennzeichnet Schönheit und Reichtum der alten Kaiserstadt und uralten Seidenmetropole Hangzhou am Xi Hu, dem West-See.

180 Kilometer westlich von Shanghai liegt die Hauptstadt der boomenden Provinz Zhejiang. Ende 2003 zählte Hangzhou mit seinem Umfeld 6,4 Millionen Bewohner, wovon mehr als die Hälfte im unmittelbaren Stadtbezirk leben.

Hochmoderne Metropole in zauberhafter Natur: Hangzhou am Xi-Hu (Westsee, oben rechts zu erkennen)

 

Das Pro-Kopf-Einkommen ist vergleichsweise beachtlich hoch. Führend auf dem wirtschaftlichen Sektor waren immer die Seidenindustrie und die Produktion des berühmten Longjing-Drachenbrunnen-Tees, der als der beste Grüne Tee in China gilt. Mittlerweile expandieren auch Maschinen-, Elektronik- und Leichtindustrie.

In der Metropole der Provinz Zhejiang wirken auch mehrere Universitäten. Berühmt ist die 1897 gegründete Zhejiang-University, ferner gibt es die China Academy of Fine Arts seit 1928, die Hangzhou University of Science and Technology, die Hangzhou University of Commerce and HZG-University of TCM. Bedeutendster Wirtschaftsfaktor der wunderschönen Stadt am Xi Hu ist der Tourismus.


 

 

 





 

 

 

 

 

 

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